Gredkulla kocht Köttgrotta

Literatur. Der Österreicher Michael Wallner wechselt vom Regie- ins Schreibfach und legt seine zwei ersten Romane vor.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Mangelnde Einsatzfreudigkeit und Risikobereitschaft kann man dem aus Graz gebürtigen Michael Wallner nicht vorwerfen: Nach seiner Ausbildung am Reinhardt-Seminar arbeitete er als Schauspieler (u.a. am Burgtheater) und als Regisseur; mit seiner Volkstheater-Inszenierung von Rainald Goetz' "Krieg" hinterließ er 1994 nicht nur unter Theater-Muffeln wie dem Rezensenten einen nachhaltigen Eindruck, sondern wurde für sie auch mit dem Förderpreis zur Kainz-Medaille ausgezeichnet. Nun hat Wallner, 42, eine Schriftstellerkarriere begonnen und gleich zwei Romane bei verschiedenen Verlagen herausgebracht. Beiden gemeinsam ist eine sichtliche Abneigung gegen chronologisches Erzählen und eine Vorliebe für ein fragwürdiges skandinavisches Gericht.

Wallners Erstling "Manhattan fliegt" greift tief in die Wundertüte dessen, was der Spiegel Reporter unter "Magischem Realismus" versteht, und holt daraus unter anderem einen übergewichtigen Icherzähler, eine New Yorker Schönheit mit missgebildetem


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