Nüchtern betrachtet: Ich entferne signifikant mehr Plaque

Kultur | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Wenn man eine neue Zahnbürste zum Einsatz bringt, kriegt man sofort Zahnbluten. Daran sieht man, dass was weitergeht. Davor war schon wochenlang nichts weitergegangen. Seit Koberg nach Berlin gegangen ist, gibt es niemanden, der mich wegen meiner abgenützten Zahnbürsten verhöhnt. Mit traurig zerzausten Borsten stand meine Bürste im Becher, ein aufs andere Mal vergaß ich, mir eine neue zu kaufen. Am 21. Oktober, einem Samstag, war es dann so weit: Ich suchte einen Drogeriemarkt auf, fest entschlossen, nahezu jede Summe zu zahlen. Beim Zahnbürsteneinkauf zu sparen, darauf, so dachte ich, liegt ohnehin kein Segen. Immerhin war die teuerste Einzelanschaffung, die ich mir seit dem Kauf eines Jugendstilsekretärs geleistet hatte, ein Stiftzahn gewesen. Zwölf Riesen für einen Stiftzahn! Völlig aussichtslos natürlich, da der Frau an meiner Seite was aus dem Kreuze zu leiern. Ein Jugendstilsekretär verschönert auch ihre Wohnung; die Stereoanlage wird auch von ihrem Kind benutzt. Aber


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