Besser als Forschen

Vor wenigen Jahren war Albrecht Beutelspacher ein Mathematiker, der etwas verständlicher schrieb und etwas einfallsreicher lehrte als die meisten seiner Kollegen. Heute ist der Gießener Professor angehender Museumsdirektor und Posterboy der Popularisierungs-Offensive in Deutschland

Extra | Stefan Löffler | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Es begann vor sieben Jahren mit einem Seminar über geometrische Modelle. Albrecht Beutelspacher forderte von seinen Studenten, anstelle einer schriftlichen Hausarbeit etwas Handfestes zu basteln. "Fast alle sagten: Da kriege ich aber keine Mathematik rein. Wir haben darüber gesprochen, wie wir die Welt um uns mathematisch begreifen können. Danach kamen richtig gute Modelle heraus." Beutelspacher begann, die Arbeiten herumzuzeigen, zu sammeln, zu verbessern. Mittlerweile hat er eine Arbeitsgruppe, die nichts anderes mehr tut als die Seminargruppe von damals: Mathematik basteln.

Seit zweieinhalb Jahren wandern ihre besten Exhibits quer durch Deutschlands Museen, Schulen und Konferenzzentren. Derzeit sind gleich in drei Städten Ausstellungen mit Spiegelkästen, Bausätzen aus gleichseitigen Vielecken oder musikalischen Würfelspielen bestückt. Der wahre Härtetest steht gerade bevor: ein Einkaufszentrum in Magdeburg - so hoch war der Anspruch an Verständlichkeit und Robustheit noch


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