Anatomie zweier Bestseller

Ansprechend verpackt und menschlich angereichert, lassen sich auch technische Neuerungen und hochabstrakte Mathematik verkaufen. In Buchform und in Millionenauflage - wie die Bestseller von Dava Sobel und Simon Singh. Triumph der populären Wissenschaft oder nur geschicktes Marketing?

Extra | Oliver Hochadel | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Die Autorin hatte Schulden. Sie musste Artikel an den Mann bringen, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Aber niemand wollte ihren Text über jenen englischen Uhrmacher aus dem 18. Jahrhundert. Zu esoterisch, zu technisch, sagten die Herausgeber. Wen interessiert das? Das "Harvard Magazine" brachte schließlich die Geschichte und damit auch den Stein ins Rollen. Der New Yorker Verlag Walker fragte bei der Autorin an, ob sie nicht ein Buch aus dem Material machen wolle. Der Rest ist eine Neuauflage des US-amerikanischen Traumes.

Dank ihres internationalen Bestsellers "Längengrad" hat Dava Sobel nun keine Schulden mehr, aus der schreibenden Tellerwäscherin wurde eine Millionärin. Das 1995 erschienene Buch war wochenlang Spitzenreiter der Bestsellerliste der "New York Times" und der Londoner "Times". Die gebundene Ausgabe ist in den USA bereits in der 23. Auflage erhältlich. Zählt man die Taschenbuchauflagen dazu, wurden dort über eine halbe Million Exemplare verkauft, in Großbritannien sind


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