Amerika und die Welt

Ausland. Die USA bleiben bei ihrem Kurs des pragmatischen Internationalismus - egal, wer Präsident wird.


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Wenn Bob Dole sich vor vier Jahren des tosenden Applauses seiner Zuhörer ganz sicher sein wollte, dann griff er zu einem bewährten Mittel: Mit scharfen Attacken gegen die Vereinten Nationen, zum großen Hallo des Publikums, machte sich der damalige republikanische Präsidentschaftskandidat über den fremdländischen Namen des UNO-Generalsekretärs Boutros Boutros Ghali lustig. "Bouuuuutros Bouuuuutros Ghali", klang das schrecklich schaurig bei Dole. Nicht wenige republikanische Kongressabgeordnete prahlten damals damit, dass sie - wie die Mehrheit der US-Bürger - weder einen Pass besäßen noch je im Ausland gewesen wären. Das Schreckgespenst einer vom provinziellen Isolationalismus gelähmten Supermacht, die, erstarrt in der Nabelschau auf sich selbst, mit all ihrer wirtschaftlichen, politischen und militärischen Überlegenheit ein gefährlicher Faktor der Unberechenbarkeit auf dem internationalen Parkett würde, ging durch die Welt.

Diese Sorge hat sich inzwischen überlebt. So scharf

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