Vergesst Integration!

Kommentar. Für Wiens Politik ist seit Jahren "Integration" die Antwort. Aber wie lautete die Frage?

Vorwort | Patrik Volf | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Ein kleiner interaktiver Versuch zu Beginn. Nur, um sicher zu gehen, dass wir tatsächlich vom selben Thema sprechen. Versuchen wir es einmal, gemeinsam auszusprechen. Ganz langsam und laut, zum Vorlesen für Freunde: "In- te- gra- tion". Und jetzt: "Dis- kri- mi- nierung". Haben Sie den Unterschied bemerkt? Ja, genau den zwischen dem sehnsüchtig sinkenden Stoßseufzer auf der vierten Silbe im ersten Wort und der fordernden Hebung in der letzten Silbe des zweiten Wortes. Auf den kommt es an.

Zur Sache. Seit Jahren "integriert" die Stadt munter vor sich hin. Programme werden ins Leben gerufen, Offensiven gestartet, Kampagnen lanciert, Fonds gegründet, Stadträte installiert. Und allem wird "Integration" vorangestellt. Und weil man sich unter Integration konkret nichts vorstellen konnte, wird eine Zustandsbeschreibung städtischen Lebens zum politischen Programm erhoben. "Dem Zusammenleben Chancen geben", hat sich die Stadt zum Motto erkoren. Als ob die Bewohner der Stadt, welcher Herkunft


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