Der verrückte Professor

Cyber-Terroristen. Ein amerikanischer Hochstapler gab sich bei einem privaten Salzburger Rechts-Seminar als WTO-Vertreter aus. Wie er zu der Einladung kam? Die Organisatoren waren auf eine gefälschte Internetseite hereingefallen.

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Der seriöse Geschäftsmann im grauen Anzug referiert über Handelsbeschränkungen anhand des Bananenkrieges zwischen Europa und den USA. Er zeigt Grafiken, Diagramme und Internetseiten: alles in allem eine professionelle Powerpoint-Präsentation. Seinen Vortrag garniert Andreas Bichlbauer mit lustigen Vergleichen: Der Bananenkrieg erinnere ihn an Jerry-Lewis-Filme. Der rutsche schließlich auch immer wieder auf Bananenschalen aus, was dann irrwitzige Kettenreaktionen auslöse. Bichlbauers Fazit: "Alles kann zu allem führen." Zuletzt kommt der US-Wirtschaftsexperte dann zu einer weiteren überraschenden Schlussfolgerung: "Das größte Handelshindernis ist die Demokratie." Deshalb, so erzählt Bichlbauer, würden in Amerika Wähler ihre Stimmen längst via Internet versteigern. Ein Beispiel für eine solche "vote auctions"- Homepage kann er natürlich auch gleich herzeigen.

Ein paar der Zuhörer im Seminarraum des Salzburger Hotels "Crowne Plaza" runzeln die Stirn. Was redet der da zusammen?


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