Kommentar: Depot: Ein Lichtlein leuchtet noch


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Am Halloween-Tag wars: Wie Tausende Grusel-Trinker im 1. Bezirk feierte auch das Depot - den eigenen Untergang. Oder zumindest, wie es im Programmfolder heißt, "das Ende des Betriebs in seiner bisherigen Form". Hunderte Depot-Geher kamen zum "letzten Zigaretterl", und keiner wollte so recht glauben, dass es jetzt aus sein soll mit diesem zentralen Ort der Wiener Kunstszene.

Die ersten sechs Jahre, seit 1994, wurde das Depot von den Kunstkuratoren finanziert. Die schlichte Einrichtung des kleinen Raumes im Muqua signalisierte: Hier geht es sachlich zu. Die Sachen waren gut gewählt und entsprachen den Denkmoden der Zeit. Die neue amerikanische Kunstgeschichte etwa, die im Gegensatz zur österreichischen den Kontakt zur Gegenwart hielt, oder Vorträge von Protagonisten der Cultural Studies, die ebenfalls ein gesellschaftsbezogenes, angloamerikanisches Kulturverständnis vermittelten. Oder die Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern. Oder die Seminare über Filmtheorie.

Vortrag, Bibliothek,

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