Goethe kicks ass

Musik. Warum muss der amerikanische Jazz-Pianist Brad Mehldau so viel nachdenken?


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Der Tag ist absehbar, an dem die Tonkonserven des amerikanischen Pianisten Brad Mehldau nur mehr als akustische Beilage zu seinem jüngsten Buch erscheinen werden. Vorerst findet der Popstar unter den Jazzpianisten noch mit fünf eng bedruckten Seiten in CD-Booklets sein Auslangen. Vom germanophilen Piano-Philosophen werden diesmal aufgerufen: Kant, Schopenhauer, Gott, Cobain (Kurt), Heidegger, Freud, Joyce, Rorty, Nietzsche, Benjamin, Sokrates, Derrida, Goethe, Emerson. Schlegel ist diesmal, aus undurchsichtigen Gründen, nicht mit von der Partie.

Warum muss Brad Mehldau so viel nachdenken? Die bösartigste Erklärung geht so: Der Mann klingt wie Bill Evans und muss jetzt erklären, dass er eigentlich Brad Mehldau ist. Das mit Bill Evans hört Brad Mehldau naturgemäß ziemlich ungern. Dass der Begriff der Authentizität in der Begleitphilosophie zu seinem jüngsten Album "Places" eine große Rolle spielt, ist also kein Wunder.

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