Stories of Polly

Musik. Das neue Album von PJ Harvey ist das bisher vielschichtigste und zugleich kommerziellste Werk der britischen Alternative-Rock-Diva.

Kultur | Walter Pontis | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Seit beinahe einer Dekade versteht es die zierliche britische Alternative Rockerin und Singer/Songwriterin Polly Jean Harvey, sich als Künstlerin zu inszenieren, die eine kathartische Arbeit verrichtet. Ohne Rücksicht auf Anstand und Moral lässt sie ihre Themen in rohen Songs mit verstörenden Images aus sich herausfließen. Polly liegt sozusagen auf der Couch, und der Zuhörer findet sich in der Rolle des Therapeuten wieder.

Nach einer etwas verunglückten Vorgänger-CD legt PJ Harvey mit ihrem sechsten regulären Album "Stories from the City, Stories from the Sea" nun ihr bisher vielschichtigstes Werk vor. Setzte Harvey zuletzt verstärkt auf Soundcollagen, so konzentriert sie sich nun wieder auf ihre Qualitäten als Songschreiberin. Neben dem bewährten Alternative Rock bringt sie überraschenderweise auch Songs in der ruppigen Tradition von amerikanischen Siebzigerjahre-Bands wie Television ("Big Exit") oder den Stooges ("This Is Love"), aber auch mainstreamkompatiblen Folk-Pop ins


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