Leberkäse ist groß

Musik. Der finnische Instrumente-Erfinder, Modeschöpfer und Funk-Futurist Jimi Tenor kommt nach Wien. Mit dem "Falter" sprach er über sein Image als lebende Comicfigur, über unfaire Plattenfirmen und das schwere Leben eines Bohemiens im 21. Jahrhundert.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Jimi Tenor sitzt in einem nach den landschaftsarchitektonischen Visionen der Fünfziger gestalteten Teil des Kensington Parks im Süden Londons und saugt an einer Wasserflasche. Seit einem Jahr wohnt er in dieser Gegend. Nach Berlin, New York, London, Barcelona und wieder London ist der gebürtige Finne derzeit wieder auf der Suche nach einer neuen Wahlheimat: "Ich würde nicht mehr in Finnland leben. Dort ist es mir zu nachbarschaftlich", meint Jimi. "Aber hier ist es verrückt teuer, und ich kann meine Miete nicht mehr bezahlen. Ich wurde von Warp Records rausgeworfen, also hab ich kein Geld."

Von einem programmatisch freigeistigen, innovations- und experimentierfreudigen Label wie Warp würde man eigentlich nicht erwarten, dass es einem professionellen Exzentriker wie Jimi Tenor aus stilistischen Gründen den Hahn abdreht. Ob sein letztes Album "Out of Nowhere", das er in Lodz mithilfe eines ganzen Orchesters und einer Heerschar von Sessionmusikern aufnahm, wohl am Ende zu teuer gekommen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige