"Bist du gelähmt!"

Musiktheater. Die Welt als Wille und Würstel: Die eingewienerte Fassung von Georg Ringsgwandls "Tankstelle der Verdammten" wurde an der Wiener Volksoper uraufgeführt.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Letzten Samstag in Wien. Das Wetter ist beschissen. Wer nicht arbeiten oder sich vergnügen gehen muss, bleibt zu Hause. Die Würstelstände sind schlecht besucht. Die Volksoper ist gut geheizt. Auf der Bühne ist eine Skyline leerer Bierkisten zu sehen, davor ein putziger Würstelstand mit Münztelefon an der Innentür und einem Cola-Schild, das im richtigen Leben längst von Sammlern abmontiert worden wäre (Bühnenbild und Kostüme: Christian Gallei). In ihrem Auftrittsmonolog klärt uns eine Fee im feenhaften Glitzerkostüm (Sigrid Hauser) über die metaphorische Bedeutung dieses Ortes auf: "Mensch, du bist nur ein Würstel." Der Würstelstandbetreiber Tino (Gregor Seberg) hebt währenddessen ein Würstel auf: Beginn einer langen Kette von Regieeinfällen (Thomas Gratzer).

"Die Tankstelle der Verdammten" konfrontiert den Volksopernbesucher mit den Härten des Lebens am Beispiel des ehemaligen Rockgitarristen King Chuck (Tony Wegas), der schon abgehalftert war, bevor er keine Karriere


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