Die Burgtheaterkonstante

Theater. Paula Wessely hat Annemarie Düringer den Alma-Seidler-Ring vermacht und sie damit zur "würdigsten Bühnenkünstlerin" des deutschsprachigen Theaters erklärt. Zum Glück schließt Würde bei Annemarie Düringer weder Vielfalt noch Fassbinder aus.

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Zuerst der Auftrag: "Schreiben Sie wenig. Sagen Sie: Sie schaut noch nicht wie 75 aus." Das ist leicht mit Fotos zu beweisen. Was es hingegen schwierig macht, über Annemarie Düringer wenig zu schreiben, ist der Umstand, dass die sozusagen frisch gebackene Alma-Seidler-Ring-Trägerin (und damit "bedeutendste und würdigste Bühnenkünstlerin des deutschsprachigen Theaters") auf keinen Typ, kein Rollenfach festzulegen ist. Einzige Konstante in der Karriere der Schweizerin, die 1949 nach zwei Jahren Reinhardtseminar gleich ans Burgtheater geholt wurde und bald schon im Film gefragt war, ist das Burgtheater, dem sie über die Jahre immer die Treue gehalten hat, obwohl die Rollenangebote manchmal auch ausblieben. Klaus Bachler ist Düringers neunter Burgdirektor.

Begonnen hat alles mit viel Glück und einigem Zufall. Die 24-Jährige wird als Springerin für die Rolle der Hermia im "Sommernachtstraum" engagiert,kurz darauf bekommt sie ihre große Chance - und nutzt sie. Während der Proben für


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