Wer zweimal lügt ...

Film. "Blair Witch 2" versucht sich an den unkonventionellen Erfolg des Originals zu hängen - und bleibt dabei ganz konventionell auf der Strecke.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Um es gleich vorweg zu sagen: "Blair Witch 2 - Book of Shadows", die kommerzielle Fortsetzung des Low-Budget-Kassenstürmers "Blair Witch Project", ist fader, gewöhnlicher und weniger unheimlich als das Original. Hat irgendjemand etwas anderes erwartet?

Fairerweise muss man sagen, dass die Industrie kein leichtes Spiel mit der Auswertung der minimalistischen Möchtegern-Doku hatte: Alle Protagonisten eingegangen (vor Angst und vor laufender Kamera), nur wenig Zeit (Hexenfieber hält nicht ewig) - und ein modus operandi als Vorbild, der einmal, und dann nimmermehr, funktionieren kann (wie viele Opfer haben wohl noch Tapes vom eigenen Tod im Wald gelassen?). Man entschied sich für den Dokumentarfilmer Joe Berlinger als Regisseur und für selbstreferenzielle Ironie als avancierte Folge des hausgemachten Realismus.

"Blair Witch 2" beginnt also mit Medienschnipseln, von Jay Lenos "Tonight Show" bis zu den MTV-News, die den Wirkungsmechanismus des Originals bloßlegen. In gefaketen Interviews


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