Romeo & Julia im Schtetl

Film. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum präsentiert die Jüdische Filmwoche trotz knappen Budgets ein spannendes, internationales Programm.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Who the hell would care for Oscar Berliner?" Mit dieser Frage beginnt "Nobody's Business", Alan Berliners filmisches Porträt seines Vaters. Die einstündige Dokumentation verwendet ein Gespräch zwischen Vater und Sohn als akustischen Hintergrund, der von einer Collage aus Super-8-Heimfilmen, Familienfotos, Archivmaterial und neuen Videoaufzeichnungen rhythmisch überlagert wird. Ein schneller Bild- und Wortwechsel, auf der Suche nach einer Identität: Wer ist Oscar Berliner? Sohn eines jüdischen US-Immigranten? Ein alter Mann, der seine Herkunft verleugnet? Oder ein exemplarischer Lebenslauf jüdischer Entwurzelung?

Die Frage nach der eigenen Identität ist eines der bestimmenden Themen innerhalb der Filmauswahl für das Zehn-Jahres-Jubiläum der Jüdischen Filmwoche. Vom 8. bis zum 23. November werden im Votiv-Kino 38 Spiel-, Dokumentar-, Stumm- und Kurzfilme gezeigt, davon 22 österreichische Erstaufführungen.

Jüdischer Alltag zeigt sich im Film vielfach geprägt von dem inneren Konflikt


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