Kopfstöße unter Freunden

Literatur. Ein Besuch in Amsterdam, wo die Literaten wie bestellt in ihren Lieblingskneipen sitzen und die literarischen Institutionen ziemlich effektiv arbeiten.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Amsterdam, Anfang Oktober: Im De Gouden Reael haben sich einige der wichtigsten niederländischen Kritiker und Schriftsteller versammelt, um mit einer Handvoll österreichischer Journalisten zu plaudern. Ich komme zwischen Margriet de Moor und Harry Mulisch zu sitzen. Mulisch erzählt eine Anekdote über Jörg Haider (siehe Interview auf Seite 72), de Moor schwärmt von Wien. Die langweilige Liberalität Amsterdams scheint sie ein wenig zu ermüden. Ein bisschen von dieser Langweile könnte Wien ganz gut vertragen, meine ich. Ich glaube, Margriet de Moor versteht mich nicht ganz.

"Amsterdam ist die Stadt für alternde Abenteurer", gerät Robert Menasse ins Schwärmen, der heuer auf Einladung des niederländischen Kulturstaatssekretariats als artist in residence ein halbes Jahr lang in Amsterdam gelebt und an seinem - zum Teil im historischen Amsterdam spielenden - neuen Roman gearbeitet hat. "Es ist nicht zu groß, nicht zu laut, und wenn man über die Stränge schlagen will, gibts Soft


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