"Ich bin ein Gastarbeiter"

Literatur. Harry Mulisch, der meistgelesene Schriftsteller Hollands, sprach mit dem "Falter" über sein jüngstes Buch, seine österreichischen Wurzeln und seine Begegnung mit Jörg Haider.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/00 vom 08.11.2000

Harry Mulisch, Jahrgang 1927, ist der bekannteste niederländische Autor. Seine Bücher - zu den bekanntesten Werken zählen die Romane "Das Attentat", "Die Entdeckung des Himmels" und "Zwei Frauen" - wurden in 23 Sprachen übersetzt. Sein jüngstes Werk verdankt sich auch einer seit Anfang der Vierzigerjahre bestehenden Institution der Niederlande: Einmal im Jahr bekommt jeder Kunde, der Bücher im Wert von mindestens 20 Gulden (etwa 125 Schilling) kauft, das "Bücherwochengeschenk" gratis dazu: ein schmales Buch, das eigens bei einem Schriftsteller in Auftrag gegeben und vom Buchhandel finanziert wird. So kommt es, dass "Das Theater, der Brief und die Wahrheit" in den Niederlanden in einer Auflage von 760.000 erschienen ist.

Mulisch greift darin einen authentischen Fall auf: Der Schauspieler Jules Croiset hatte sich - empört über eine drohende Aufführung von Fassbinders "Der Müll, die Stadt und der Tod" (in dem zwei namenlose Figuren auftreten: "Der reiche Jude" und "Der Zwerg") -


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