Wie frisst man Sozialisten?

Inszenierungen. Im Spitzelskandal ziehen die Freiheitlichen alle Register ihrer bewährten Kommunikations-Strategien: Wie man es schafft, aus einer blauen Spitzelaffäre eine rote zu machen.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Dutzende blaue Polizeibeamte sind suspendiert. Zwei Landtagsabgeordnete seit Montag nicht mehr immun. Auf Hochtouren wird gegen den ehemaligen Parteichef und seine engsten Mitarbeiter ermittelt. In Kürze wird mit Karl Schweitzer wohl auch der erste blaue Parlamentarier einvernommen (siehe Kasten).

Der ORF und die Tageszeitungen jedoch bringen Tag für Tag nicht nur die Vorwürfe gegen die blauen Granden. Stets werden auch die freiheitlichen Attacken gegen "linke Ermittler", "rote Brüder" und "schwarze Verräter" eingerückt. Journalisten in der sonntäglichen "Pressestunde" werden zögerlich, wenn die Rede auf den "sozialistischen" Polizeichef Erik Buxbaum und "seine einseitigen Vorerhebungen" kommt. Das Ziel scheint erreicht: Der einfache Mann vor dem Fernseher grübelt, wenn er die blaue Affäre in eigene Worte fassen soll. Haben nicht alle Dreck am Stecken? Wurde nicht schon immer gespitzelt? Man kanns dem Volke schlecht verübeln. Schließlich sagt ja auch schon der Herr Bundeskanzler,


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