"Ich bekomme kein Geld"

Engagement. Am vergangenen Wochenende war der französische Soziologe Pierre Bourdieu in Wien zu Gast. Der "Falter" sprach mit ihm über seine Politisierung, intellektuelle Unabhängigkeit, die Situation Österreichs und die Zusammenhänge zwischen Rechtspopulismus und Neoliberalismus.

Politik | Klaus Taschwer | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Es war das intellektuelle Pop-Ereignis Wiens. Hunderte hatten sich am Samstagabend im Künstlerhaus eingefunden, um seinen Worten zu lauschen: Exminister ebenso wie Uni-Professoren und Künstler aller Sparten, kurz: die versammelte linke Intelligenz Wiens. Pierre Bourdieu, weltbekannter Soziologe und Frankreichs engagiertester Intellektueller, hielt seine Wiener Vorlesung - der erklärte Höhepunkt der Konferenz "Opposition bilden", auf der sich österreichische und französische Aktivisten gegen neoliberale und rechtspopulistische Politik vernetzen wollten (siehe Kasten S. 13).

Bourdieu plädierte "für eine Renaissance der europäischen Aufklärung" - um dann auch gleich die Gegner beim Namen zu nennen: den Neoliberalismus und die Globalisierung, die Hauptübel schlechthin, vollstreckt durch die USA, exekutiert aber auch durch mehr oder weniger geheime Kommissionen in Brüssel, die an Regelungen arbeiten, deren dramatische Konsequenzen sich erst nach Jahren zeigen würden. Darüber - aber


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