Moderne Taglöhner

Arbeitsrecht. Die Modekette Peek & Cloppenburg bietet Arbeitsverträge ohne fixes Einkommen. Der Textilriese spricht von "flexibler Arbeitsgestaltung", Arbeitnehmervertreter nennen es "moderne Sklaverei".

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Wenn das durchgeht, ist es vorbei mit dem Arbeitsrecht", schäumt Hans Trenner, Leiter der Rechtsschutzabteilung in der Wiener Arbeiterkammer (AK). Schuld an seiner schlechten Laune ist die Modekette Peek & Cloppenburg (P&C): Der deutsche Textilriese beschäftigt Mitarbeiter auf der Basis von "Rahmendienstverträgen": Die Arbeitnehmer sind zwar angestellt, haben aber keine fixen Arbeitszeiten und somit auch kein fixes Einkommen. Wenn die Modekette umsatzstärkere Tage erwartet, werden die Angestellten angerufen.

Nun haben Exangestellte den Textilriesen geklagt. Eine ehemalige Verkäuferin wird in ihrem Prozess von Hans Trenner vertreten. "Meine Mandantin war früher zwanzig Stunden pro Woche beschäftigt", erzählt der Jurist. "Nach der Krankheit wurden ihr nur mehr zehn Stunden monatlich zugeteilt." Davon konnte die junge Frau nicht einmal ihre Miete bezahlen. Trenner klagt nun für die mittlerweile gekündigte Verkäuferin die Differenz zwischen ihrem höchsten und niedrigsten Einkommen


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