Land der Marktschreier

Analyse. Der Telekom-Austria-Börsegang soll die Österreicher zu einem Volk von Aktionären machen. Das Interesse an der Wirtschaft wächst. Weg mit den Eckzins-Sparern, her mit den Kapitalisten, heißt das Motto.

Medien | Markus Zwettler | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Werbung ist Unfug." Ganz so sagt das Georg Kolm nicht. Kolm ist Chef der Wiener Marketing AG und betreut mit "stufenförmiger Kundenansprache" Unternehmen wie Austria Tabak, BP, Masterfoods, die Deutsche Bank oder die Bank Austria. "Werbung alleine ist Unfug", sagt Kolm. Es brauche einen Marketing-Mix. Der Begründer des DirektMarketing-Verbandes ist sicher, dass von den rund 70 Milliarden Schilling an Marketing-Aktivitäten in Österreich bereits mehr als 45 Milliarden ausgegeben werden, um Kunden direkt, etwa per Post oder Telefon, anzusprechen. Direktmarketing sozusagen als ein Vorbote jener Möglichkeiten, die das digitale Wirtschaften mit sich bringen wird. Kolm sieht andere Zeiten kommen: "Die Auslaufmodelle der Wirtschaft müssen reagieren und brauchen neue Marketingvarianten."

Auch deshalb schickt die Republik ihre Industriekonglomerate an die Wiener Börse. Und in der Tat hätten die Österreicher das notwendige Kapital, um die gesamte ÖIAG aufzukaufen. Das angesparte Vermögen


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