Kommentar - Leitkultur: Es geht um die Burenwurst!


Klaus Nüchtern

Kultur | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Da stehen wir wieder einmal, schauen über die Grenze und schütteln, zu etwa gleichen Teilen bewundernd und verwundert, den Kopf: "Brauch' ma des?" Braucht auch Österreich eine Leitkultur-Debatte? Nicht dass in Deutschland Einigkeit darüber herrschte. "Der Begriff der deutschen Leitkultur gehört als solcher nicht diskutiert. Er gehört aus dem Verkehr gezogen", meinte Christian Geyer in der FAZ. Aber wie sagte der Wiener Staatsoperndirektor einst so schön: "Ist der Furz erst einmal aus der Hose ..."

Der Begriff, der angeblich vom Göttinger Politologen Bassam Tibi stammt und dessen sporadischer Gebrauch in den letzten zwei Jahren bislang eher auf geringes Interesse gestoßen war, wurde nun durch den CDU-Fraktionsführer im Bundestag, Friedrich Merz, als "deutsche Leitkultur" mit großem Effekt ins Spiel und ins Feuilleton gebracht. Bedroht von anderen, nämlich ausländischen Kulturen, soll die deutsche Leitkultur zum Wahlkampfthema gemacht werden. Kommt uns das bekannt vor? Seltsam,

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