Augen auf, Zaha ist da!

Architektur. Zaha Hadid gilt als die berühmteste und beste Architektin der Welt. Ihre Projekte finden selten den Weg vom Zeichentisch und Computer in die gebaute Wirklichkeit. Die Stadtbahn-Überbauung Spittelau wird also ein echtes Privileg sein. Ein Privileg genießt Wien aber heute schon: Zaha Hadid unterrichtet als Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst.

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Am 5.11.2000 um 22.15 Uhr betritt Zaha Hadid die leicht verlotterten Räumlichkeiten des Institutes für Architektur/Architekturentwerfen I an der Universität für angewandte Kunst in Wien zum zweiten Mal. Langsam, fast zögernd, als erwäge sie, noch umzudrehen, schreitet sie durch den langen Korridor der ehemaligen Meisterklasse von Wilhelm Holzbauer. Wie immer ist sie schwarz und extravagant, mit ausgewählter Eleganz gekleidet. In der linken Hand trägt sie eine kleine aparte Damentasche und in der rechten eine 0,3-Liter-Plastikflasche mit Mineralwasser so, als wären es Insignien einer Weltmachtstellung oder gar Embleme ihrer programmatischen Vorurteilslosigkeit dem Banalen und dem Erhabenen in der Baukultur gegenüber. Gemächlich betritt sie, einer Autokratin der Zeiten und Räume gleich, den überfüllten Zeichensaal. Durch bloßes Erscheinen ihrer Person verwandelt sie den öden Raum in einen spannungsgeladenen Arbiter-elegantiarum-Hof. Im Geist ist sie bereits seit drei Wochen


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