Warum läuft Herr F. Amok?

Film. In Michael Kreihsls "Heimkehr der Jäger" fällt ein Kopist aus der Wirklichkeit und zieht mit einer Büchse gegen den Kapitalismus los.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

So viel Lärm. Touristen auf, Touristen ab. Museumsführungen im Dauerlauf. Tagein, tagaus. Und das mehrmals täglich. Franz ist Kopist von Gemälden alter Meister. Sitzt gebeugt, im grauen Arbeitsmantel, hinter einer Staffelei. Versucht sich zu konzentrieren. Umso lauter wirds rund um ihn herum.

Der Franz - das ist die Hauptfigur von "Heimkehr der Jäger", dem neuen Film von Michael Kreihsl - wird krank an seiner kranken Umwelt. Eine Reihe kurzer Szenen illustriert, wie ihm alles, was ihn noch in der Realität gehalten hat, versperrt wird. Der Obsthändler seines Vertrauens macht zu. Seine Ex-Frau geht nimmer ans Telefon. Die Schwiegermutter ruft die Polizei, um ihn von seinem Töchterl fern zu halten. Und eines Morgens sitzt im Kunsthistorischen Museum ein Kollege auf seinem Platz.

Die Welt ist garstig. Die Helden in amerikanischen Filmen greifen dann gern zur Pump-Gun, marschieren zum nächsten McDonald's, blasen ein Dutzend unschuldiger Leute weg und fühlen sich wieder gut. So empfindsame


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