Mr. Tripp steht im Regen

Film. Ein drogenfreudiger Michael Douglas steckt in Curtis Hansons schwarzer Situationskomödie "Wonder Boys" in einer Schreibkrise und in einem rosa Bademantel.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Ein unrasierter Mittfünfziger steht auf seiner Terrasse und sieht melancholisch dem strömenden Regen zu, der die letzten Schneereste beseitigt. Ein paar halblange, angegraute Strähnen hängen ihm in die Stirn, die Hornbrille sitzt viel zu tief auf der Nase und die Hände sind in den Taschen eines verwaschenen rosafarbenen Frotteebademantels vergraben. Eine in zweifacher Hinsicht erstaunliche Szene aus Curtis Hansons "Wonder Boys": Zum einen ist sie - in all ihrer Tristesse - Bestandteil einer Komödie; zum anderen nimmt die Pose des alternden Verlierers ausgerechnet Michael Douglas ein, dessen Rollenspektrum über die vergangenen zwei Dekaden zwischen stoischem Machismo und glatter Wallstreet-Credibility nicht besonders viel Spielraum besaß.

"Wonder Boys" nun schickt Douglas als College-Dozenten und Bestsellerautor Grady Tripp, der, zum Schaden des eigenen Selbstwertgefühls, seit Jahren kein Buch mehr veröffentlicht hat, quer durch eine schwarze Situationskomödie: Von der Ehefrau


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