Das Album zum Sandwich

Musik. Mit einem "Best Of"-Album überantworten Blur ihr bisheriges Werk der Konsumentenforschung. Der "Falter" traf die Band, um mit ihr über die Unhintergehbarkeit des Marktes und die Dialektik von Hit-Kompilationen zu plaudern.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Wie jeder weiß, ist die öffentliche Meinung immer der Arsch", sagt Alex James, Bassist des langlebigsten zeitgenössischen britischen Pop-Phänomens Blur. Er muss es wissen, schließlich hat er den Bericht eines Marktforschungsinstituts gelesen, das im Auftrag der Plattenfirma EMI eine Meinungsumfrage zu seiner Band erstellt hat: "Ein ziemlich brutales, aber aufschlussreiches Lesevergnügen", wie James meint.

Was genau die Fokusgruppen über ihn und seine Bandkollegen zu sagen hatten, ist nicht aus ihm herauszubringen, außer dass das Attraktivste an Blur offenbar Sänger Damon Albarns blaue Augen sind. Letzterer sitzt ein Stockwerk tiefer und lässt sich fürs Fernsehen interviewen, während James, Gitarrist Graham Coxon und Schlagzeuger Dave Rowntree sich im Obergeschoß des geschlossenen Club-Hauses in Soho auf ochsenblutroten Ledercouchen niedergelassen haben. Hier sollen sie über eine Kompilation ihres musikalischen Lebenswerks plaudern, die sie aus eigenen Stücken eigentlich gar


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige