Probiers mal bei Barbara

Literatur. Michel Houellebecqs soeben auf den Markt geworfene Erzählung heißt "Lanzarote" und spielt auch dort. Auf der Kanalinsel treffen deutsche Lesben und belgische Päderasten auf einen wie stets schlecht gelaunten Erzähler.


Klaus Nüchtern

Kultur | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Die Ehe, so meinte Erzbischof Krenn einst sinngemäß, sei eine Institution zur wechselweisen sexuellen Hilfeleistung. Kant hat das etwas prosaischer ausgedrückt. Und Michel Houellebecqs Helden treffen im besten Falle auf Frauen, die zu freundlichen sexuellen Hilfeleistungen bereit sind.

Man braucht einfach Glück mit den Frauen. Besonders wenn man das Pech hat, eine Figur von Michel Houellebecq zu sein, diesem Großwesir der Muffigkeit. Den Icherzähler der soeben erschienenen Erzählung "Lanzarote" verschlägt es Weihnachten 1999 auf die titelgebende Kanareninsel. Dort begegnet er dem gemütskranken belgischen Polizeiinspektor Rudi und einem deutschen Lesbenpaar aus der Nähe von Frankfurt. Freundlicherweise sind Pam und Barbara dann doch nicht ganz so lesbisch ("Sie fasste meinen Schwanz und wichste mich mit kleinen, freundschaftlichen Bewegungen. ,Ich lasse mich nicht vögeln, aber bei Barbara können Sie gern mal probieren'"), und nachdem der Held auf Barbaras Brüste gekommen ist,

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