Phettbergs Predigtdienst: Religionsproblematische Fährte gewittert

... Priester des Alten Bundes steht Tag für Tag da, versieht seinen Dienst und bringt viele Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals Sünden wegnehmen können. Jesus Christus aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt. Seitdem wartet er, bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden ... Heb 10,11-14.18 (2. Lesung am 33. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 46/00 vom 15.11.2000

Dieses Mal begann es mit Blähungen. Und da sagte mir der Katzer, gehe zu dem Akupunkteur dort, und du wirst sehen. Ich fand eine charismatische Persönlichkeit vor. Um das Geld Josef Haders bat ich ihn also, mir die Blähungen mit den Nadeln wegzustechen, und er legte mich auf einen erhobenen Tisch und steckte mir tatsächlich mitten ins Sonnengeflecht lange dünne Nadeln hinein. Weitere kamen in Knöcheln und Handgelenke, auf den Schädel und in die Gegend der Knie. Sie müssen sich das vorstellen, Duhsubyleben, hauchdünne Nadeln, gar nicht unlang, in eine gewaltige, fresssüchtige Masse gesteckt, die genau dort hineinfahren, wo sie hineinfahren sollen!

Aber das Erstaunliche geschieht am Tag danach, und in der Woche danach, respektive nun im Monat nach den ersten Behandlungen: Nicht nur die Blähungen sind weg, sondern eine Nichtmüdigkeit tritt auf, ja geradezu ein Fast-nicht-essen-Müssen. Ein 48-Jähriger, Noch-nie-gelebt-Habender, steht nicht an, zu sagen, es fanden die elastischsten Wochen meines Daseins statt in diesen Tagen. Aha, das verstehen die Leute unter Leben!

Mit anderen Worten, würde mich mein charismatischer Akupunkteur heilen und heilen, bis ich so viel Kraft hätte, Religionen zu gründen, müsste ich keine mehr gründen, weil eben geheilt. Aber Sie verstehen, Duhsubys, es ist leicht vorstellbar, dass irgendwo irgendwer so groß mit Nadeln gepikst worden hätte werden können, dass er oder sie so feurig wird, aller Welt die Nadel zu verkünden. Und an jeder Ecke säße ein Nadelpriesty und stöche überall hinein. Und dann würden sich alle stechen lassen müssen, und es wäre schal und lau geworden sein, das Nadeln, ich wette. Aber heilig.

Der Phettberg-Chat. Jeden Dienstag von 15.30-16.30 Uhr auf www.webfreetv.com.


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