Virtual Reality

Wie uns die Elektronik umformt - und wir dann zu spät draufkommen

Extra | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Irgendwann glaubt jeder, er habe alles gesehen. Nun, das ist falsch. "You ain't seen nothing yet!" ist die heimliche Botschaft der elektronischen Medien. Sichtbar wird sie dann, wenn es keiner erwartet. Und wie sichtbar!

Im letzten Falter special "Modern Living" wurde ein Foto der Architekten gerner,gerner plus veröffentlicht. So what? Das Foto saß an seinem Platz, hatte das richtige Format, zeigte die richtigen Leute in den richtigen Farben. Kein Grund, darüber noch etwas zu sagen. Trotzdem lesen Sie das hier.

Ein Techniker wird immer nachweisen, dass so genannte "technische Fehler" letztlich auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Ja, wäre es nur so! Das letzte Heft zeigte ein paar eindrucksvolle Beispiele davon. So wurde von einer Lithografieanstalt versehentlich ein falsches Foto (nicht das gegenständliche) eingescannt. Eine andere erhielt den Auftrag, das falsche Foto durch ein anderes zu ersetzen. Ergebnis: Es wurde das falsche Foto durch eben dieses ersetzt. Manchmal möchte man gar nicht wissen, was im Kopf eines anderen Menschen vorgeht. Aber unser Thema ist virtuelle Realität.

Sie sehen, dass sich die beiden Fotos hier in nicht unwesentlicher Weise unterscheiden. Eines davon ist gemorpht. Nicht durch einen Grafiker, Lithografen oder Drucker. Nein. Durch eine der geheimnisvollen Maschinen, die ein Foto durchläuft, ehe es in einem Druckwerk erscheint. Wer entschuldigt sich jetzt bei den verzerrten Architekten? Wir, und zwar mit dem Ausdruck größten Bedauerns. Obwohl ich das listige Gerät, das dieses vollbracht hat, ganz gerne in die Hände kriegen würde. Ich kann nämlich auch morphen. Sogar Maschinen. Also Mulitmedia-Machines, watch out!


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