Gespaltenes Amerika

Ausland. Egal, ob George W. Bush oder Al Gore: Amerika geht tief gespalten aus diesem Wahljahr hervor.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Wer immer den amerikanischen Auszählungsmarathon gewinnt: Ein klarer Wählerwille lässt sich aus diesem Wahlgang nicht ablesen. Bestenfalls sind es deren zwei, und die weisen in völlig entgegengesetzte Richtungen. Fast flächendeckend hat der konservative Sunnyboy George W. Bush die Südstaaten inklusive Tennessee und Arkansas und den Großteil des riesigen Westens erobert. Ein nahezu geschlossener republikanisch dominierter Raum erstreckt sich von der Mündung des Mississippi bis an die kanadische Grenze. Es sind jene zum Teil tiefreligiösen Bundesstaaten, die mit dem Modernisierungsschub des letzten Jahrzehnts nicht wirklich mitgekommen sind. Die Winchester im Pick-Up-Truck ist hier unverändert das Symbol individueller Freiheit. Die ultrarechten Fernsehprediger um Jerry Falwell und Pat Robertson sind hier Mainstream. Abtreibung ist kaum möglich, oft müssen Frauen Hunderte Meilen zurücklegen, um dieses vom Höchstgericht nach wie vor garantierte, von den tonangebenden Mächten


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