Hainburg, die Zweite?

Hainburger Au. Sechzehn Jahre nach der erfolgreichen Besetzung machen Umweltschützer wieder mobil: Die Au ist neuerlich in Gefahr, diesmal soll die Donau "vertieft" und "eingeengt" werden.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Wenn die das alles wirklich so machen, wie es in ihren Plänen steht, dann war unsere Besetzung für den Kuckuck", ärgert sich Günther Schobesberger, während er in seinen Gummistiefeln durch die matschige Wildnis stapft. "In einen Canyon wollen die die Donau nun verbannen", grantelt der bärtige Mittfünfziger weiter, "was das für die Natur für Folgen hat, kann man sich jetzt noch gar nicht ausmalen."

Der Mann mit den riesigen Gummistiefeln war schon vor sechzehn Jahren hier. Für mehrere Wochen, als Chefbesetzer. Damals koordinierte Günther Schobesberger die Demonstranten, organisierte für sie Zelte als Unterkunft und verhandelte mit den Regierungsspitzen.

Diejenigen, die er heute mit "die" umschreibt, sind vorerst nur Behörden. Genauer: die Beamten der Wasserstraßendirektion und des Verkehrsministeriums. Sie planen nun ein neues Donau-Großprojekt, stromabwärts von Wien bis knapp vor Preßburg, und warten eigentlich nur noch auf eine Weisung ihrer frisch gebackenen Ministerin,


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