"Spritz ihm was!"

Strafvollzug. Zellen ohne Fenster, Minusgrade in "Sonderhafträumen", kalte Duschen für "Renitente", mangelnde Betreuung Aidskranker, nächtelange Fesselungen. Häftlinge protestieren gegen unmenschliche Haftbedingungen.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Ich kann mir das nicht vorstellen. Die Zelle wäre ja wie eine nach außen hin offene Höhle", sagt Karl Drexler vom Justizministerium. Was sich der Beamte nicht vorstellen kann, ist durch die Aussagen von drei Justizwachebeamten bestätigt:In den Sonderhafträumen der Justizanstalt Linz werden "aus Sicherheitsgründen" die Fenster ausgehängt. Und zwar im Winter. Mehr noch: Der Häftling Rueben O., vertreten durch den Linzer Rechtsanwalt und Verfassungsrechtsprofessor Bruno Binder, behauptet, von Beamten in so einer eisigen Zelle mit "kaltem Wasser überschüttet, mit Pfefferspray angesprüht und mit dem Gummiknüppel geschlagen" worden zu sein.

Nicht nur in Linz, auch in Wien werden ähnliche Vorwürfe erhoben: Ein aidskranker Häftling der Justizanstalt Favoriten behauptet ebenfalls, in einer Zelle ohne Fenster untergebracht worden zu sein. Auch dringende medizinische Betreuung sei ihm "aus Kostengründen" versagt worden. Im Grauen Haus wiederum wurde ein Häftling eine ganze Nacht lang


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