"Es riecht wie im Zoo"

Film. In "Gefängnisbilder" arbeitet Harun Farocki mit Material von Überwachungskameras. Mit dem "Falter" sprach er über die paradoxe Unschuld dieser Bilder und über die "Selbst-containerisierung" in Reality-Shows.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Jeden Herbst gewährt die Duisburger Filmwoche einen Einblick in den Stand des deutschsprachigen Dokumentarfilms: Debattiert wird über die Haltung, mit der sich Filmschaffende der Realität nähern, nicht zuletzt anhand des Blicks, den die Kamera auf die Welt, auf gesellschaftliche Konstellationen richtet. Als Gast zeigte der deutsche Dokumentarist Harun Farocki einen Preview der "Gefängnisbilder", einer Art Weiterführung seiner in der Wiener Generali Foundation präsentierten Studie des Gefängnismotivs im Film. In der Diskussion seines Projekts tauchte die Frage nach dem politischen und ästhetischen Ort der scheinbar authentischen Bilder des automatisierten Videoauges immer wieder auf - nicht zuletzt angesichts der ungeheuren Popularität, der sich der anonyme Blick durch Kontrolllinsen im Fernsehen oder via Internet erfreut.

Falter: Woher rührt Ihr Interesse am Gefängnis und an den Bildern, die es hervorbringt?

Harun Farocki: Ich beschäftige mich schon seit längerem damit, eine


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