Aufgeblättert

Klaus Taschwer | Kultur | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Der Name verpflichtet. Auch wenn Nicholas Shakespeare zuerst einmal Literatur studierte und als Journalist arbeitete, "bevor er zu schreiben begann", wie der Klappentext berichtet. Das Resultat von Shakespeares Schriftstellerei waren bislang eine voluminöse Biografie und drei Romane, wovon zwei freilich wiederum relativ unvermittelt an seine früheren Reportagen aus Lateinamerika anknüpften - und damit indirekt auch an seine Kindheit als Diplomatensohn ebenda. So wird der Leser des bislang letzten Romans, "Der Obrist und die Tänzerin", in das Peru der Achtzigerjahre versetzt und erfährt vom Terror des "Leuchtenden Pfades" und der Verfolgung seines Anführers Abimael Guzman (im Roman "Presidente Ezequiel"). Der heute 43-jährige Brite versteht es, gleich spannend wie raffiniert von fremden Menschen und Ländern zu berichten - und hat damit einige Kritiker nicht zufällig an die Prosa von Bruce Chatwin erinnert.

Über diese 1989 an Aids verstorbene Ikone der neuen Reiseliteratur weiß

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