Hölle für einige Stunden

Heavy Metal. Das musikalische Hardrock-Urgestein AC/DC gastiert diese Woche in Wien - Anlass genug für einen Besuch bei der heutigen Wiener Schwermetall-Szene: von "Kiss"-Barbiepuppen, kahlköpfigen Rockern, bewegten Zentralnervensystemen und pelzigem Brusthaar.

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Die Hölle bricht in Wien jeden Samstag ab 23 Uhr gleich doppelt los, einmal in einem Raum im 15. Bezirk und einmal im Inneren der dort Anwesenden: Eingetaucht in türkisblaues und magentarotes Blitzgewitter, umwölkt von Kunstnebel, steht Zeremonienmeister Lu auf der DJ-Kanzel des Metal-Szenelokals Megiddo und dreht den Lautstärkeregler bis zum Anschlag. Im Zentralnervensystem der umstehenden Metaller beginnt sogleich die Mischung aus Musik und Elefantenherdengetrampel zu wüten. Der Teufel ist los: Zu rabiat hämmernden Schlagwerken, hysterisch kreischenden Gitarren, übersteuerten Bässen, animalischem Gegröle und Gestammel ergeht an die Extremitäten der Schwermetallerkörper der Befehl, sich im jagenden Takt der Geräuschkulisse zu schütteln und zu rütteln. Manche stehen wie betäubt auf der kleinen Tanzfläche des weitverzweigten Kellerlokals und bewegen willenlos und somatisch den Kopf zur Musik. Andere orchestrieren das wild wuchernde Gestampfe aus den Boxen gestisch und akustisch


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