Ausgerechnet Hütteldorf

Porträt. Er ist Schauspieler, Musiker und weiser Mann: J. Reuben Silverbird, Stammesvertreter der Apachen, hat seine Heimat verlassen, um den Europäern indianische Spiritualität nahe zu bringen. Deswegen lebt er seit einem Jahr in Europa. Genauer gesagt in Hütteldorf.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Die Besucher im Cafe Prückl schauen unwillkürlich auf, als er das Lokal betritt. Langes graues Haar. Ein ernstes, markantes Gesicht. Wie einer dieser würdevollen Indianerhäuptlinge auf alten Fotografien. Er lächelt. Wenn J. Reuben Silverbird lächelt, sieht er nicht nur freundlich aus. Er sieht weise aus. "Ich bin es gewohnt, dass die Menschen sich zweimal nach mir umsehen", meint er lakonisch. Indianer sind in Wien eben selten. Besonders in Hütteldorf, wo Silverbird seit einem Jahr wohnt. Er ist nach Europa gekommen, um den Menschen indianische Spiritualität nahe zu bringen. Mit Vorträgen und Seminaren. "Viele Menschen suchen nach den alten indianischen Weisheiten. Sie sind zu zivilisiert, haben gewisse Dinge verlernt."

Unter seinem blauen Staubmantel trägt er eine Lederweste mit indianischen Stickereien. Um den Hals eine Kette, am Handgelenk eine Quarzuhr mit Türkisarmband. Die dezente Aktentasche samt Handy liegt griffbereit neben ihm. J. Reuben Silverbird, Stammesvertreter


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