Brauchma ned

Ausstellung. Im Palais Palffy sind ab sofort Nonsense-Erfindungen zu sehen: skurrile Objekte, die kein Mensch braucht.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 47/00 vom 22.11.2000

Okay, es ist eher zu bezweifeln, dass die Menschheit auf einen "halbautomatischen Nasenbohrer" gewartet hat. Ein "beheizbarer Gartenzwerg" hat uns gerade noch gefehlt, und die Frittatensuppe ist wahrscheinlich auch essbar ohne "Frittatenlöffel", der die Suppeneinlage auf der Strecke zwischen Teller und Mund festhält. Diese Woche wird im Palais Palffy die Ausstellung mit dem Titel "Erfindungen, die wir auch nicht brauchen" eröffnet.

Der Verein zu Verwertung von Gedankenüberschüssen betreibt im Weinviertel eine Ideenbörse für Gedankengänge der eher schrägeren Art und seit 1994 das so genannte "Nonseum". Zu sehen gibts Erfindungen und Ideen, die zwar kein Mensch braucht, die aber trotzdem recht charmant sind: von nachgebauten Sprachspielen a la Karl Valentin wie die Nagelbürste (Bürste aus Nägeln), Erfindungen, die das tägliche Leben erleichtern sollen (Stichwort Nasenbohrer), bis hin zu wertvollen Tipps für das tägliche Leben (Millionärskonzept) mit Erfolgsgarantie. Manche der skurrilen Erfindungen stehen schon knapp an der Grenze zu Vermarktbarkeit. So wie der mobile Gehstock, an dessen Ende zwei Kinderwagenräder das "mühselige Aufheben" erübrigen.

Bereits 1985 zeigten die "Überschüssler" aus dem Weinviertel im Palais Palffy mit großem Erfolg den Bilderrahmen mit integrierter Wasserwaage für Neurotiker oder einen - no na: leeren - "FKK-Koffer". Jetzt gibts also in Wien die meisten Exponate der letzten 15 Jahre aus dem Spaßmuseum zu sehen. Besucher, die dann der Ansicht sind, dass die Erfindungen unbrauchbar sind, haben den Gag nicht verstanden.

Erfindungen, die wir auch nicht brauchen, 24.11.-25.3.2001, tägl. 10-20 Uhr, Palais Palffy, 1., Josefspl. 6.


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