Der Watschenmann

Porträt. Erik Buxbaum ist das Feindbild jener blauen Politiker, die sich in Wendezeiten ein bisschen mehr Zuneigung von Polizei und Justiz erwartet hätten.

Politik | Florian Klenk und Eva Weissenberger | aus FALTER 48/00 vom 29.11.2000

Vergangene Woche schossen ihm im Parlament plötzlich die Tränen in die Augen. Die Besucher einer Veranstaltung über "Nationalsozialismus in Österreich" wollten nicht mehr zu applaudieren aufhören. Bravo-Rufe, tosender Applaus. Höchstrichter, Vertreter der Kultusgemeinde, hochrangige Juristen, Politiker, Bürgerliche, Sozialisten, insgesamt 300 hochrangige Vertreter der Wiener Gesellschaft applaudierten so lange, bis "ihm die Ganselhaut über den Rücken gelaufen ist" (ein Beobachter). Was war geschehen? Erik Buxbaum hatte an dem Abend weder eine Rede gehalten, noch einen Orden verliehen bekommen. Der unauffällige Beamte wurde vom Parlamentspräsidenten einfach nur "ganz herzlich" begrüßt. Das reicht in Zeiten wie diesen zu minutenlangen Standing Ovations.

Das sagt aber auch einiges über Zeiten wie diese aus. Nur kurz zuvor musste sich Erik Buxbaum im Parlament nämlich andere Töne bieten lassen. "Roter Genosse! Sie haben das Parlament falsch informiert!", brüllte Peter Westenthaler.


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