"Ein bisserl mehr Sprache"

Kunstakademie. Mit der Wahl des Theoriekünstlers Boris Groys zum Rektor hat die Akademie der bildenden Künste eine Richtungsentscheidung getroffen. Mehr Philosophie und Kunstbetrieb sind auch der gemeinsame Nenner der neuen Professoren Walter Obholzer und Heimo Zobernig sowie der Professorin Adi Rosenblum.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 48/00 vom 29.11.2000

Am vergangenen Donnerstag um 14 Uhr 30 öffnet sich die Tür zum Versammlungssaal der Akademie der bildenden Künste. Ein dickes männliches Gesicht kommt zum Vorschein und spricht die mit großer Spannung erwarteten Worte: "51 Stimmen für Boris Groys. Der Rektor ist gewählt." Schwallartig quillt die hundertköpfige Universitätsversammlung in den Parterregang. Der Philosoph Peter Sloterdijk, seit 1992 Professor am Schillerplatz, drückt mit hitzig-roten Backen seinem Freund und Kollegen Boris Groys einen Schmatz auf die Stirn.

Umarmungen, Küsse, Euphorie auch unter den Studierenden. Ihre Fraktion in der Versammlung, die zu je einem Viertel mit Professoren, Angehörigen des akademischen Mittelbaus, Studierenden und Vertretern des Verwaltungspersonals besetzt ist, hat der Wahl die Richtung gewiesen. Die ÖH-Vertreter hatten sich auf ein entscheidendes Auswahlkriterium geeinigt: Der neue Rektor bzw. die neue Rektorin sollte keine hausinterne Besetzung sein. Das hieß, dass der langjährige


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