"Ein bisserl mehr Sprache"/Neorektor Boris Groys: "Wir sind alle auch Unternehmer"

Kultur | Interview: Matthias Dusini | aus FALTER 48/00 vom 29.11.2000

Boris Groys, der 53-jährige Neorektor mit russischen Wurzeln, wird sich einen Traum erfüllen. Der mittlerweile karenzierte Professor an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe hetzt seit Jahren von Vorträgen zu Symposien, von Vernissagen zu Seminaren und bekommt nun die Möglichkeit, "das alles nach eigenen Vorstellungen zu organisieren". Der eloquente Philosoph, dessen Interesse für Kunst Anfang der Achtzigerjahre von Moskauer Samisdat-Künstlern wie Ilja Kabakov geweckt wurde, bekennt sich im Falter-Interview zur produktiven Synthese zwischen Markt, Kunst und Wissenschaft.

Falter: In Ihrem Bewerbungsvortrag sprachen Sie von einem "Kurs für diskursive Selbstverteidigung". Was genau ist das?

Boris Groys: Der heutige Mensch wird von verschiedenen Diskursen attackiert: dem Techno-Diskurs, verschiedenen politischen Diskursen, dem Diskurs der Mode, der Freizeit, aber auch vom Diskurs des Kampfes gegen die Mode ... Um uns in diesem überhitzten diskursiven Feld behaupten zu können, müssen


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