Von Atrix zur Matrix

Film. "Drei Engel für Charlie" bescheren dem Vorweihnachtsactionkino ein buntes, lose geschnürtes Paket voll konsensfähigem Lifestyle-Kramuri, Karate-Feminismus und Reizwäsche.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 48/00 vom 29.11.2000

Als sich die kostümverliebten Spice Girls 1997 in ihrem Kino-Vehikel "Spice World" in die verschiedensten Posen warfen, zitierten sie in den Rollen von Spezialagentinnen kurz und kokett "Drei Engel für Charlie" herbei: eine durchaus sinnig anmutende Wahlverwandtschaft zwischen Girl-Power und der zwischen 1976 und 1981 erstmals ausgestrahlten Fernsehserie. Noch nahe liegender erscheint nun die Kinofassung des Fernseherfolges: Dass "Charlie's Angels" aus dem Himmel der verewigten TV-Klassiker zu uns Heutigen herniederflattern würden, lag fast in der Luft.

Aber warum eigentlich? Dieser Himmel ist doch recht wolkig; die meisten Leute über 25 haben nur diffuse, jüngere wohl gar keine Erinnerungen an die drei Detektivinnen. Überdies können die Sehnsüchte der Fernsehgeneration nach dem verflogenen Flair ihrer Konsum-Kindheit zwar Totenkultpraktiken wie "Wickie, Slime und Paiper" inspirieren; TV-Serien ein zweites Leben im Kino zu verschaffen, das vermögen sie nicht. Dazu braucht es mehr


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