Stadtrand: Verdummhaubung

Stadtleben | aus FALTER 48/00 vom 29.11.2000

Trägt der Papst einen komischen Hut? Ja. Aber das ist noch lange kein Grund, es dem Oberhaupt der katholischen Kirche gleichzutun und ebenfalls mit seltsamen Kopfbedeckungen herumzurennen. An die Schlapphüte haben wir uns komischerweise seit "Big Brother" und "Taxi Orange" gewöhnt. Schon weniger an die bunten Narrenkappen a la Till Eulenspiegel, die es seit Ende der Achtzigerjahre - besonders im Umfeld von Kelly-Family-Konzerten, Techno-Raves und Straßenparaden - gibt. Aber bitte, wenn man sich unbedingt zum Idioten machen möchte. Schlimm ist jedoch die Verdummhaubung in der Vorweihnachtszeit. Besonders im Umfeld von Adventmärkten und Punschschänken. Dabei sind die meisten Träger von Weihnachtsmannmützen (noch) gar nicht besoffen, wenn sie sich die rot-weißen Dinger überstülpen. Geht es vielleicht darum, im Trubel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken? Ganz Verwegene lassen schließlich sogar Lichter blinken (soll wohl signalisieren: "Achtung! Ich habe überhaupt keinen Geschmack, aber um zu zeigen, dass ich auch ein toller Typ bin, habe ich mich als Nikolo verkleidet"). In den Supermärkten gibt es heuer sogar lila Plüsch-Blinkehauben -für Diabetiker geeignet! Was kommt demnächst? Elchgeweihe zum Aufsetzen? Oder Engelslocken? C. W.

Was haben Sie da an? Pulli: O' Neill, Hose: H&M, Schuhe: Osiris; Anna F., 17 Jahre: "Mode ist für mich, schicke Sachen tragen" / Foto: C. Fischer


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