Leichen im Keller

Ausland. Frankreich und die USA werden von dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit eingeholt.


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Obwohl es niemand wirklich überraschen konnte, was zwei hochbetagte Militärs vor wenigen Wochen der Pariser Tageszeitung Le Monde anvertraut haben, reagiert die französische Öffentlichkeitaufgewühlt wie selten zuvor: Erstmals gestand der inzwischen 92-jährige Fallschirmjägergeneral Jacques Massu die systematische Anwendung von Mord und Folter durch die französischen Streitkräfte im Algerienkrieg ein. "Gewöhnt" habe er sich an das Foltern unter der Trikolore recht bald, auch wenn es ihm nie Spaß gemacht habe, präzisiert sein 85-jähriger ehemaliger Untergebener Paul Aussaresses. 25 algerische Widerstandskämpfer habe er eigenhändig umgebracht. Keine Einzelfälle, sondern System in dem acht Jahre dauernden französischen Kolonialkrieg in Nordafrika.

Massu war eine der Feindfiguren der antikolonialistischen Jugendrevolte des Pariser Mai 68. Die Killermethoden der französischen Streitkräfte während des Algerienkriegs sind von mutigen Intellektuellen und antikolonialistischen

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