"Das Bärental ist kein Thema"/Arisierung und Rückgabe: "Jessas, die Juden san wieder da!"

Politik | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Als der jüdische Maler Heinrich Süssmann mit seiner Frau Anni aus dem KZ Auschwitz zu ihrer füheren Wohnung zurückkehrte, rief ihnen der Hausmeister entgegen: "Jessas, die Juden san wieder da!" Dieser Ausspruch ist symptomatisch für den Umgang mit überlebenden Opfern des Nationalsozialismus. In Wien waren insgesamt 60.000 Mietwohnungen arisiert worden, dazu kamen zahlreiche Häuser und Betriebe. Als jüdische Überlebende nach Kriegsende die ihnen geraubten Wohnungen und Häuser zurückverlangten, wurde als Reaktion darauf ein "Verein der Wiedergutmachungsgeschädigten" gegründet.

1. Palais Rothschild Wo heute die Arbeiterkammer steht, befanden sich früher zwei Palais der Familie Rothschild. Nach der Arisierung zog die von SS-Sturmbannführer Adolf Eichmann geleitete "Zentralstelle für jüdische Auswanderungen" in eines der Palais in der Prinz-Eugen-Straße ein. Über diese Zentralstelle wurden später die Massentransporte in die Konzentrationslager organisiert. Während des


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