Die Schlacht ums Opferlamm

Opferschutz. Gemeinsam mit dem Täter im Verhandlungssaal, Raufen um Schadenersatz und Therapiekosten: Nach den Freiheitlichen entdeckt nun auch die SPÖ den Opferschutz und fordert mehr Rechte für die Betroffenen.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Christine P. blättert in ihrer Pressemappe. Krone, Kurier und Presse haben über ihren Fall berichtet. Und bei der "Vera" im Fernsehen war sie auch schon. Schließlich ist ihre Story dramatisch: Ihr Ex-Lebensgefährte Erich B. schoss der Lehrerin im April mit einer Schrotflinte in den Nacken. 40 Kugeln. Jetzt hat sie kein Gefühl mehr im rechten Arm und im rechten Bein. Die Haut am Rücken spannt, als würde sie jeden Moment aufplatzen. "Normalerweise stirbt man bei so etwas," sagt Christine P. "Ich habe zufällig überlebt, aber das interessiert niemanden. Keiner kümmert sich um ein unschuldiges Opfer wie mich." Die 44-Jährige redet sich in Rage: "Warum ist die Welt so ungerecht?"

Christine P. fühlt sich von der Justiz alleine gelassen. Kurz vor dem Prozess gegen den Attentäter B., Anfang November, teilte ihr ihre Anwältin mit, dass sie keinen Anspruch auf eine schonende Einvernahme hätte. Das heißt: Sie müsse aussagen, während der Angeklagte in selben Raum ist. Mit zitternden


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