"Wir haben die Akten"

Spitzelaffäre. Ein belastender Brief an Haider soll gefälscht sein. Der Brief ist nicht das einzige belastende Indiz gegen den Ex-FPÖ-Chef.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Es könnte doch so einfach sein: "Es ist nun der Zeitpunkt gekommen, das Verfahren gegen Haider einzustellen", riet Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer vergangene Woche den Staatsanwälten. Ihr Parteikollege Ewald Stadler forderte seinen Ex-Anwalt und nunmehrigen Justizminister Böhmdorfer im Format gar auf, "das Verfahren den Staatsanwälten zu entziehen". Schließlich würde die Justiz "nebulös medial herumdoktern, ohne einen einzigen Beweis auf den Tisch zu legen". Justizminister Böhmdorfer reagierte zweideutig: "Derzeit", so Haiders Ex-Anwalt, "gibt es keinen Grund für eine Weisung, das Verfahren einzustellen. Ich vertraue auf die unabhängige Justiz." Derzeit? "Deuten Sie es, wie Sie wollen, das machen Sie ja sonst auch", rät Böhmdorfer-Sprecher Marc Zimmermann. Sein Nachsatz: "Der Minister vertraut den unabhängigen Gerichten." Hoffentlich noch lange: Denn die Gerichte haben in der Causa Haider tatsächlich einige Indizien zusammengetragen, die Haider schwer belasten. Haider wird


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