Büchertipps

Kultur, FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Wieso erlebe ich das so selten? Ein Buch zu finden, in dem ich so tief versinke, dass ich nach den letzten Seiten atemlos wieder auftauche. Unlängst ist mir das endlich wieder einmal passiert, mit der Novelle "Über das Wasser" des niederländischen Autors H. M. van den Brink: Knappe 150 Seiten, die Staunen machen. "Glück?" heißt es gleich zu Beginn. "Darüber spricht man nicht. Ein Wort zu viel, und es ist lächerlich. Zwei Worte, und es ist verschwunden, fort." Anton weiß das - und kann nicht anders: Er muss von jenem Sommer im Holland der späten Dreißigerjahre erzählen, da er sein Glück fast schon angreifen konnte,sich dessen sicher, es nie mehr zu verlieren. Anton ist 17, als er zum ersten Mal in einem Ruderboot sitzt. Kurz darauf wird er dazu ausersehen, zusammen mit David einen Zweier zu übernehmen. Aus zwei Burschen, die der Zufall zusammengespannt hat, wird ein Team. Die beiden verständigen sich über den Schlag der Ruderblätter, über den Druck der Beine auf das Stemmbrett,

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