Fremd in Florenzens Ferne

Literatur. Marie-Therese Kerschbaumer schickt ihre Romanheldin Barbarina nach Italien auf die Suche nach dem Sinn des Lebens.

Kultur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Barbarina heißt das Kind einer Österreicherin und eines Südamerikaners, das bei seinen Großeltern aufwächst, in der finsteren Welt der "Gebirgler". Nach den Romanen "Die Fremde" (1992), über die Kindheit Barbarinas, und "Ausfahrt" (1994), über einen Aufenthalt als Aupairmädchen in London, hat Marie-Therese Kerschbaumer dieser "Fremden" mit "Fern" einen dritten Band gewidmet. Barbarina, auch B. genannt, die sich fortwünscht aus dem Gebirgstal, "zu eleganten Leuten mit feinen Manieren und ausgesuchtem Geschmack", bricht im Jahr 1953 zu einer zweiten "Ausfahrt zu neuem Wissen" auf: Sie wird Kindermädchen bei der adeligen Familie Grifoni in Florenz und bereist mit dieser und Freunden das Land der Renaissance, als das Italien sie einzig zu interessieren vermag.

Ästhetisch gibt sich "Fern" weniger avanciert als "Die Fremde" und "Ausfahrt", wo die Erzählung des Öfteren von Wort-Assoziationsketten, "Verdichtungen" aus Brehms Tierleben oder Ausführungen zur Grammatik des Suaheli unterbrochen


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