Merry Massaker

Film. Der Actionthriller "Wild Christmas" vom Regie-Veteranen John Frankenheimer ist weihnachtlich verpackte Massenware.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Überall Schnee. Irgendwo in der Einöde ein Betongebäude, davor ein Parkplatz. Die Kamera nähert sich. Zwischen den Autos leuchtet es weihnachtlich rot. Gleich viermal Santa Claus im Kapuzenmantel mit weißem Fellbesatz - und Einschusslöchern. Die Kamera zoomt sich in die Großaufnahme: Einer der Santas liegt bäuchlings auf einer Kühlerhaube, sein Kopf steckt in der Windschutzscheibe.

John Frankenheimers "Wild Christmas" beginnt mit seinem eigenen Finale. Eine gewalttätig-groteske Situation, um deren Konstruktion die folgenden 99 Minuten des Actionthrillers bemüht sind. Leider ist die Auflösung weit weniger spannend als die Wie-es-dazu-kam-Fragestellung: Via Voice-over geleitet uns Protagonist und Erzähler Rudy (Ben Affleck) sechs Tage zurück an den Ausgangspunkt des Geschehens, in ein Staatsgefängnis in Michigan, aus dem er in Kürze entlassen werden soll. Als Rudys Zellengenosse Nick erstochen wird, nimmt er dessen Identität an und erschleicht sich so den Motel-Sex mit Nicks


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