Absturz in die Ewigkeit

Kunst. Das Werk und die Schriften des US-Amerikaners Robert Smithson haben auch fast 30 Jahre nach dem frühen Tod des legendären Künstlers nichts an Relevanz eingebüßt - eher im Gegenteil.

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Die einmotorige Sportmaschine umkreist die archaisch anmutende Geländeformation wie ein prähistorischer Flugsaurier seine Brutstätte. Unten: eine riesige, kreisförmige Rampe aus Felsbrocken, die nirgendwo hinführt. Ein Mann presst sein Gesicht an das Cockpitfenster. Neben dem Motorengräusch hört man das Surren seiner Kamera, sieht deren Bilder. Bis man plötzlich nichts mehr hört. Die statische Landschaftstotale zeigt noch einmal die Rampe, ein paar Hügel weiter steigt eine dünne Rauchsäule auf, dazu Neil Young aus dem Off: "It's better to burn out than fade away." Schwarzbild.

Wäre dieser Film schon gedreht, käme jetzt das Titelinsert: "Smithson", sonst nichts. Als Robert Smithson 1973 in der Nähe seiner Arbeit "Amarillo Ramp" mit dem Flugzeug abstürzte, war er längst eine der Schlüsselfiguren der amerikanischen Kunstszene; Autor und Kritiker, Galeriekünstler und Land-Artist, Filmemacher und gerade mal 35 Jahre alt. An seiner Relevanz hat sich seither nichts geändert,


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